Babylon

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Babylon war die Hauptstadt Babyloniens. Sie lag im heutigen Irak und war eine der wichtigsten Städte der Antike. In der Musik hat Babylon allerdings eine negative Bedeutung.

Musik

Die negative Prägung Babylons in der Musik stammt ursprünglich aus dem Reggae und der Rastafari-Bewegung. Dort wird wird Babylon als Sitz allen Bösen angesehen. Historisch war Babylon das aus Sicht des Alten und Neuen Testaments schon oft. Im Alten Testament war es ein Ort des Exils und der Versklavung, im Neuen Testament das Zentrum des Bösen. Im Song "Babylon System" vom jamaikanischen Reggaemusiker Bob Marley, wird das westliche vampirische System, das die Menschheit unterdrückt und vor der Einheit zurückhält, Babylon genannt. Danach taucht der Begriff Babylon in ähnlicher Weise in zahlreichen Reggae und später auch in HipHop Liedern auf.

Babylon wird in diesen Liedern als kritische Analogie zum kapitalistischen System verwendet. Als bekannte Lieder seien hier kurz

genannt.

Bedeutung

Die Begriffsebene dieser Metapher weist auf den biblischen Zusammenhang mit dem Turmbau zu Babel in Genesis 11,1–9 hin, der Symbol für die menschliche Hybris, der Dekadenz und der Anmaßung gegenüber Gott, ist. Von dort ausgehend mündet die Bildebene in Kategorien der Gesellschaftskritik und der Ablehnung des modernen Menschenbildes. Charakteristika von Gesellschaften und/oder Individuen, die Anhänger und Sympathisanten der Rastafari-Religion als "babylonisch" verurteilen, sind u.a.:

  • die Abkehr des Menschen vom natürlichen Lebenskreislauf im Einklang mit der Natur
  • die Herrschaft des Menschen über den Menschen und das Streben nach Macht
  • Ausbeutung und Ungleichheit
  • Gott- und Gedankenlosigkeit, das Gesteuertsein von Trieben und die Unfähigkeit zu Moral
  • Dekadenz, Materialismus sowie das Streben nach Geld, Konsum und Status
  • Umweltzerstörung
  • Krieg und Gewalt
  • individualisierter und gemeinschaftsentfremdeter Lebensalltag
  • Korruption (individuell und politisch)
  • Ignoranz und Hass gegenüber den Mitmenschen
  • technologischer Fortschritt als Rebellion gegen Gott und die Natur
  • Etablierung von Homosexualität als widernatürliche Erscheinungsform der Neigungen des modernen Menschen
  • Rassismus und Faschismus

Gegenkonzept

Rastafari setzt dieser Realität ein vollkommen unterschiedliches Konzept des Zusammenlebens entgegen:

  • Der Mensch ist fähig zu Verständnis und Liebe im Umgang mit seinen Nächsten. Politische Systeme also, die Hass und Auseinandersetzung säen, müssen abgeschafft und durch eine antiautoritäre Art des Zusammenlebens ersetzt werden, in der jeder Einzelne versucht ein Leben zu führen, das seinem Nächsten nicht schadet, dem Einzelnen selbst aber vollkommen freie und eigenständige Entfaltung garantiert (vgl. Kant: "Die Freiheit des Einen endet dort, wo die des Anderen beginnt"). Der Einzelne hat kein Interesse anderen zu schaden, weil ihm nicht mehr geschadet wird und er alles hat, was er benötigt.
  • Der Mensch lebt im Einklang mit der Natur, von der er abhängig ist, in die er eingebettet ist und ohne die er nicht existieren kann. Er bedient sich ihrer Geschenke, er ist ihr Herrscher, aber nicht ihr Henker.
  • Der Mensch orientiert sich nicht primär an seinen eigenen Lüsten, Neigungen, Wünschen, sondern lebt nach göttlichen Geboten, da er Geschöpf Gottes ist.
  • Technologie, die darauf ausgerichtet ist, Gott nachzuspüren und ihn zu beweisen und die Menschheit immer allmächtiger zu machen, sind gegen die Überzeugung von Rastafari. Technologien, die dem Menschen das Leben innerhalb der Grenzen seines Ursprunges erleichtern, sind legitim.
  • Geld existiert nicht. Jeder Teilhaber der Gemeinschaft ist gleich und arbeitet, um der Gemeinschaft zu dienen und nicht um seinen Wohlstand zu vermehren.
  • Kriege innerhalb der Gemeinschaft oder zwischen Völkern gibt es nicht, da der Mensch weder nach Macht strebt, noch nach Gewalt. Beides ist ihm schlicht zuwider, da sie seinen Einklang mit der Gesamtheit der Dinge und mit sich selbst stören würde.
  • Gemeinschaftliche Angelegenheiten werden gemeinschaftlich geklärt. Gibt es ein Problem, setzen sich die unmittelbar beteiligten sich gemeinsam damit auseinander. Es gibt keine übergeordnete politische Ebene, sondern nur familiäre Gemeinschaften.


Links


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