Fünf Sterne deluxe

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Fünf Sterne deluxe war eine deutsche HipHop Gruppe aus Hamburg. Sie bestand von 1997 bis 2004.

Biografie

Das Bo und Tobi Tobsen waren Mitte der 1990er-Jahre als Der Tobi & Das Bo bekannt. Mit dem Album "Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander" sowie den dazugehörigen Singles haben sie sich in der deutschsprachigen HipHop-Szene einen Namen gemacht. 1997 entstand dann mit Marcnesium (der auch zusammen mit DJ Koze von Fischmob als Adolf Noise in Erscheinung trat) und DJ Coolmann die Band Fünf Sterne deluxe. Tobi war zuvor schon Mitglied der englischsprachigen Hamburger HipHop Crew Poets of Peeze und mit seinem Bruder Oli in der Ursprungsbesetzung von Fettes Brot.

Marcnesium ist gelernter Kommunikations-Designer, Fotograf und gefragter Artworker, der sich bei der Gruppe um das visuelle Erscheinungsbild kümmerte, an der Produktion der Musik beteiligt war und zum Teil auch an den Texten mitschrieb. Er bediente live einen Sampler mit Special FX und unterstütze die beiden Rapper mit Backing und Sprachfetzen, die er über einen angeschlossenen Vocoder im Klang veränderte. Als Discotizer (einer von Fünf Sterne deluxe geschaffenen Kunstfigur, die auch auf der Bühne zu sehen war) eröffnete er der Gruppe eine neue Produktionsmöglichkeit: Den Dancefloor.

Neben Fünf Sterne deluxe beschäftigte sich DJ Coolmann mit seinem eigenen Label Hong Kong Recordings auf dem die Gruppe Doppelkopf unter Vertrag stand. Außerdem veröffentliche er unter dem Namen Visit Venus mit Mario von Hacht (damals Soundmischer von Fettes Brot u.a./Container Studio) ein Album namens "The Big Tilt".

1998 erschien in dieser Formation das erste Album "Sillium" mit den Singles "5 Sterne deluxe", "Willst Du mit mir gehn?" und "Dein Herz schlägt schneller". Sowohl das Album als auch die Auskopplungen waren in den Charts vertreten und für eine Independent-Produktion unglaublich erfolgreich. Bis heute verkaufte sich "Sillium" über 150.000 Mal und wurde zu einem Meilenstein deutscher HipHop-Geschichte, die die zweite große HipHop-Welle in Deutschland auslöste und deutsche Texte außerhalb des Schlagers in den Charts etablierte. Die Texte von Fünf Sterne Deluxe sind/waren stets mit einem Augenzwinkern anzunehmen und scheinbar nie ganz ernst gemeint und sehr humorvoll. Sowohl live (allein 1998 spielten Fünf Sterne deluxe 286(!) Konzerte) als auch während ihrer zahlreichen Fernsehauftritte/Video-Clips wussten sie gekonnt ihr Image zu wahren, verwirrten und beeindruckten sie die Zuschauer doch gleichermaßen mit ihren Entertainmenteinlagen, die den Charme dieser Gruppe ausmachte.

1999 erschien die Fünf Sterne deluxe Single "Ja, ja,.. Deine Mudder", die nach längerer Pause ein Comeback der Gruppe einleitete. Im Anschluss veröffentlichte Das Bo im Jahr 2000 - nachdem er sein eigenes Soloalbum eigentlich bereits für April 1998 angekündigt hatte - eine EP namens "türlich türlich, sicher Dicker/Nur der Zorn zählt". Diese EP erschien fast zeitgleich mit der zweiten Single von Fünf Sterne deluxe namens "Die Leude" und wurde mit ihrem Miami-Bass-Sound zum Club- und Party-Hit des Jahres. "türlich, türlich" verkaufte über 240.000 Einheiten, die Das Bo im Mainstream salonfähig machten und war wesentlich erfolgreicher als die Fünf Sterne Veröffentlichungen des Jahres.

Ende 1999 erschien dann das zweite Fünf Sterne deluxe Album "Neo.Now". Im Gegensatz zur locker hingerotzten Produktion von "Sillium" zog sich Fünf Sterne deluxe für "Neo.Now" drei Monate in ein Haus an der Ostsee zurück. Kritiker waren der Meinung, genau das höre man dem Album an, andere waren begeistert von der professionelleren, mächtigen Produktion, die den Maßstab des damals Machbaren im deutschen Hip Hop setzte. "Neo.Now" verkaufte bis heute auch über 120.000 Einheiten, konnte in der Wirkung aber nicht an den durchschlagenden Erfolg von "Sillium" anknüpfen. Die dritte Single-Auskopplung (2000) "Stop Talking Bull" des Discotizers mit der europäischen Funk-Legende Supermax versandete dann auch trotz gigantischer Produktion und aufwendigem Trickfilm-Video. "Die Fans haben uns da ja wohl nicht mehr verstanden... eigentlich sollte "Neo.Now" ja auch "Wieder drei Jahre zu früh" heißen" so Fünf Sterne deluxe in einem Interview.

Ende 2000 erschien eine Fanclub-CD (Auflage 500 Stck.) unter dem Titel "Alles muss raus - Die zähe Pampe aus drei Jahren Hirnforschung" mit 28 Tracks, die zusammen mit einem Fünf Sterne deluxe-Skateboard verkauft wurde. Sie enthält zahlreiche unveröffentliche Stücke, Remixe und Klang-Experimente und Interviewfetzen.

2003 stieg DJ Coolmann aus unbekannten Gründen und wohl auch für die Gruppe überraschend bei Fünf Sterne deluxe aus und ist nach zwei Jahren Stille in Hamburgs Clubszene inzwischen wieder recht aktiv.

Das Bo hat nach einer langen Schaffenspause 2004 sein Soloalbum "Best of III - Alleine" mit den Singles "Seid Ihr bereit für Das Bo" und "Ich hab Rap für Dich" veröffentlicht, welches klangfarblich deutlich anders war, als man es von Das Bo erwartet hatte, klang es doch wesentlich ruhiger als die Hitsingle "türlich, türlich... sicher Dicker". Die Veröffentlichungen waren kommerziell wenig erfolgreich.

Fünf Sterne deluxe versuchten 2004 zu dritt noch einmal ein Comeback mit der EP "Wir sind im Haus", die aber kaum Beachtung fand. Sie spielten im Sommer des Jahres nochmal die großen OpenAirs und traten u.a. zum zweiten Mal nach 2001 beim eher rockorientierten Hurricane Festival auf. Das geplante, dritte Album erschien nicht mehr und weitere neue Veröffentlichungen von Fünf Sterne deluxe sind nach ihrer Trennung Ende 2004 nicht abzusehen. Eine Abschieds-DVD mit gekoppeltem Live-Album ist noch in Planung.

Das Bo trennte sich vom Label Yo Mama, das nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und der damit verbundenen Übernahme (2003) von Four Music/Berlin, nach dem Ende von Fünf Sterne deluxe 2005 endgültig aufgab. 2005 ging Das Bo mit Deichkind auf Tour und nahm als Gast die Singles "Wie geil ist das denn??" mit Jansen & Kowalski sowie "Ey Yo" mit DJ Tomekk auf. Auf dem Samy Deluxe "So deluxe, so glorious" Mixtape rechnet er auf einem Track mit seiner alten Plattenfirma ab.

Tobi Tobsen veröffentlichte 2005 mit koweSix als Elektroprojekt moonbootica ihr erstes Album, nachdem diverse Singles und Remixe vorangegangen waren, die in der Elektroszene große Beachtung fanden und seine alte Leidenschaft für Instrumental- und Clubproduktionen auf den Punkt brachte. Mit tobitob und koweSix ist moonbootica mittlerweile ein weltweit gefragtes und gutgebuchtes DJ-Duo, das in den angesagten Szene-Clubs ihren typischen, druckvollen Elektrosound auflegt. Schon zu Fünf Sterne deluxe Zeiten (seit 2001) veranstalteten die beiden in Hamburg eigene “moonbootica“-Partys. Es begann alles mit wenigen Gästen und Freunden monatlich im Hafenklang/HH und entwickelte sich über die Jahre zu Hamburgs bekanntester Elektro-Party mit bis zu 3000 Ravern! Die moonbootica findet momentan alle drei Monate statt.

Marcnesium arbeitet wieder als Grafiker und Fotograf in Hamburg, betreut optisch u.a. Tobis Label moonbootique rec., die Solo-Veröffentlichungen von Das Bo und macht Musik, wenn Zeit ist. Eigene Roh-Beat-Produktionen sind auf seiner Homepage zu hören. Musikalisch ist ein kleines Label mit Musik verschiedener Stile geplant und eine Hard-Rock-Punkband mit Namen Force of the north.

Mitglieder

  • Das Bo alias Mirko Bogojevic
  • Tobi Tobsen alias Tobias Schmidt
  • DJ Coolman alias Mario Cullmann
  • Marcnesium alias Marc Clausen


Diskografie

Alben

  • "Sillium" 2xLP/CD (März 1998)
  • "Sillium Instrumentals" 2xLP (limitiert) (März 1998)
  • "Neo.Now" 2xLP/CD (Oktober 2000)
  • "Neo.Now Instrumental" 2xLP (limitiert) (Oktober 2000)

Singles

  • "Es ist nicht einfach so allein" 7"(Mai 1997)
  • "5 Sterne Deluxe" 2x12" (limitiert) (Juni 1997)
  • "5 Sterne Deluxe" 12"/Maxi-CD (November 1997)
  • "Willst du mit mir gehn" 12"/Maxi-CD (Februar 1998)
  • "Happy HipHop / Discotizer" 10" (limitiert) (April 1998)
  • "Dein Herz schlägt schneller" 12"/Maxi-CD (Mai 1998)
  • "Dein Herz schlägt schneller #1" 12"/Maxi-CD (Mai 1998)
  • "Dein Herz schlägt schneller #2 (Remixes)" 12"/Maxi-CD (Mai 1998)
  • "Ja ja, Deine Mudder!" 12"/Maxi-CD (November 1999)
  • "Die Leude" 12"/Maxi-CD (Juli 2000)
  • "Stop Talkin' Bull #1" 2x12"/Maxi-CD (November 2000)
  • "Stop Talkin' Bull #2" 2x12"/Maxi-CD (Novemer 2000)
  • "Alles muss raus - Die zähe Pampe aus drei Jahren Hirnforschung" CD (Dezember 2000)
  • "Wir sind im Haus" 12"/Maxi-CD (Juli 2004)

Weblinks

Bandhomepage

Soloprojekte


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